Die neue Canon 1DX Mark III im Check

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Ja, ja, ich gebe es zu: Noch vor wenigen Monaten habe ich an genau dieser Stelle geschrieben, die 1DX Mark II sei wohl die letzte ihrer Art, der Nachfolger sei wohl spiegellos. Canon hat mit der 1DX Mark III just zu Jahresbeginn nochmal gezeigt, was Sache ist. Die versammelte Konkurrenz, ob mit oder ohne Spiegel, darf sich auf jeden Fall warm anziehen, so viele Rekorde, wie da gepurzelt sind. Angefangen mit einem Preis, der erstmals im Canon Vollformat-Universum die 7.000er-Marke knackt.

Dafür gibt es dann aber 5,5K-RAW Video, sogar mit geschlagenen 60 Bildern pro Sekunde und ohne Crop. Schwacher Trost für den Wettbewerb: Der Autofokus macht dann nicht mehr mit, nur bei 30 Bildern in der Sekunde ist er aktiv. 4K oder 1080p mit 120 Bildern in der Sekunde sind obligatorisch. Das neue Flaggschiff von Canon zeichnet sich durch eine unglaubliche Geschwindigkeit bei Reihenaufnahmen aus: bis zu 16 Bilder pro Sekunde (mit optischem Sucher) mit AF und bis zu 20 Bilder pro Sekunde (im Live View-Modus), ebenfalls mit voller AF/AE-Nachführung gibt es.

Canon 1DX Mark III: Halb Spiegellos?

Spoiler: Die 20 Bilder pro Sekunde sind ein Vorgeschmack auf das, was eine spiegellose Canon EOS R mal können wird – und ein klares Signal an Sony. „Der von Canon neu entwickelte DIGIC X Prozessor, der 20,1-Megapixel-Sensor, das Spiegelsystem und der Verschluss stellen bei der EOS-1D X Mark III einen klaren Wettbewerbsvorteil dar“, betont Canon. Die maximale ISO-Empfindlichkeit beträgt 819.200. Die Kamera ist mit einem neuen AF-Sensor ausgestattet. Dieser hat in der Sensormitte eine 28-fach höhere Auflösung gegenüber dem Vorgängermodell (EOS-1DX Mark II). Grundsätzlich hat Canon die 1er also stark geupdatet und fit für die kommenden olympischen Spiele gemacht.

Für das Äußere gilt das allerdings nur eingeschränkt: Die neue und die Vorgängerin werden vom Laien kaum unterschieden werden können. Einzig ein neuer „Smart Controller“ hat Einzug gehalten, es ist eine kleine Touch-Fläche auf dem AF-Knopf, die ermöglicht, die AF-Felder schnell zu ändern. Wir werden sehen, wie gut dieses Feature ankommt. Freuen dürften sich aber fast alle Fotografen über die nun beleuchteten Tasten der Kamera. Die 1DX Mark III ist außerdem smarter geworden – WLAN ist jetzt eingebaut. Wer den Profi-File-Transmitter nutzen will: Für nur 739 Euro gehört er euch!

Meine Meinung

Das Internet ist gespalten. Ist die neue Canon 1DX Mark III ein sehr fitter Dinosaurier oder doch ein altbackenes spiegelklapperndes Relikt? Tatsache ist: Profis werden sich dank purer Power an allen Fronten für derart infantile Diskussionen nicht interessieren – hier stört höchstens der Preis ein bisschen. Nüchtern betrachtet gibt es dafür die vielseitigste und leistungsstärkste Kamera dieser Generation. Und für die spiegellos-Fetischisten: Die Canon kann 20 Bilder pro Sekunde mit AF-Tracking, Augen-AF und hat einen elektonischen Verschluss. Was passiert, wenn die Japaner jetzt bald den Spiegel weglassen?

Hier gelangst du zu allen Infos über die Kamera!

 

2 Responses

  1. Michael sagt:

    Hi zusammen,

    persönlich kann ich den Hype um Spiegellose nicht verstehen. Obwohl die elektronischen Sucher gefühlt jeden Monat in den üblichen Magazinen qualitative Quantensprünge machen, finde ich sie beim Durchgucken im Fotoladen immer noch grottenschlecht – vielleicht liegt es auch an meinen Augen, aber… keine Ahnung?
    Kein Spiegel schützt den Sensor beim Objektivwechsel. Die Spiegellosen von Canon, Nikon und Panasonic sind riesige Backsteine, verbraten Akku ohne Ende und der AF ist gefühlt auch langsamer.

    Klar sehe ich auf dem Monitor oder im elektronischen Sucher das Bild so in etwa wie der Sensor; aber ist diese Wiedergabe kalibriert oder zeigt 100 Prozent RGB oder sRGB? Wahrscheinlich nicht, also gucken wir auch nur auf eine Annäherung an eine sowieso subjektives Abbild. Ginge es nur um eine Abbildung durch ein Objektiv (Kameraobjektiv/Bildprozessor/Sensor), wäre das an sich egal. Meine persönliche Abbildung/Wahrnehmung und meine subjektive Interpretation ist aber stark beeinflusst von meinem Subjektiv (Auge/Gehirn/Gefühl). Und für diese sehr persönliche Interpretation brauche ich einen ganz klaren Durchblick auf das Motiv, der eben gerade nicht schon beim Betrachten durch einen Bildprozessor, durch Algorithmen, eine Sensorempfindlichkeit oder -dynamik und letztlich die Nachteile einer elektronischen Bildaufbearbeitung verfälscht ist. Das geht für mich leider gar nicht.

    Ich bin Canon dankbar, dass es noch SLR wie diese gibt. Ich selbst liebe meine 5Ds über alles, eine reine Kamera für Fotografen und Fotos und sonst nix. Geil!

    Bin gespannt, was ihr denkt 🙂

    Liebe Grüße und immer spannendes Licht,

    Michael

    • rubenschaefer sagt:

      Es gibt für jeden Bereich das Richtige, ich habe sowohl eine 5D Mark IV als auch eine EOS R. Für Sport nehme ich die 5D, bei Veranstaltungen ist so eine lautlose EOS R mit Augen AF auch ganz nett… 😉 Ich glaube, Canon wird noch eine ganze Zeit zweigleisig fahren. Und das ist gut so!

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