Mein erster Canon EOS 90D Test

Ausgerechnet mit der Canon EOS 90D im Test stellt Canon die Weichen für zukünftige DSLR-Kameras. Es gibt mehr Power, mehr Pixel und die eine oder andere Premiere. Denn das Update auf die 90D läutet im Hause Canon ein neues Zeitalter im APS-C-Bereich ein: Ihre Features katapultieren sie deutlich vor die 80D und sogar knapp vor die 7D Mark II. Sie bringt einige nie dagewesene Features mit. Und sie schließt eine Lücke, die insbesondere angehende Wildlife-, aber auch manche Sportfotografen plagte: Eine APS-C-Kamera, die Sportkompetenz und über 30 Megapixeln vereint, die gab es bislang gar nicht.

Die neue Canon EOS 90D – Merkmale und Test

Canon-Insider erklären uns das Konzept der Canon EOS 90D im Test so: „Fotografen sind heute nicht mehr auf der Suche nach Spezialkameras, sondern wollen mit einem leistungsstarken Modell für alle Eventualitäten gewappnet sein.“ So gesehen ist die Neue also eine klassische eierlegende Wollmilchsau, eine ganz schön kraftvolle noch dazu. Eckdaten gefällig? 32,5 Megapixel, 10 Bilder pro Sekunde bei nachführendem AF, bis zu 1/16.000 Verschlusszeit. Da wird sich der eine oder andere Technikversierte jetzt die Augen reiben, und tatsächlich entsteht letztgenannter Wert durch einen Trick: Die 90D bietet einen optionalen elektronischen Verschluss im Live-View, der neben der extremen Belichtungszeit auch komplett lautloses Auslösen ermöglicht. „Wir betrachten die 90D als unsere erste spiegellose Spiegelreflex“, heißt es bei Canon mit einem Augenzwinkern.

Canon EOS M6 Mark II Test Erfahrung 2

Die beiden neuen Kameras von Canon

Wir schließen daraus: Canon wird zukünftig allen höherklassigen DSLRs diese Features spendieren, der Fotograf entscheidet dann, ob er gerade einen optischen Sucher, oder doch lieber spiegellose Features wie den Augen-AF nutzen möchte.

Der neue Sensor der Canon EOS 90D im Test

Canons erster komplett neuer APSC-Sensor seit 2015 überflügelt den 24MP-Vorgänger in jeder Hinsicht, auch in Puncto ISO: 100-51.600 stehen zur Verfügung. Gekoppelt wird der Chip mit dem DIGIC 8 Prozessor, der erstaunlicherweise auch ohne Dual-Anordnung mit der Kombination aus Auflösung und Serienbild klarkommt – immerhin ist eine RAW-Datei um die 45 Megabyte groß.

Canon EOS M6 Mark II Test Erfahrung 1

Der neue Sensor der Canon EOS 90D

Der Dual-Pixel AF fokussiert im Live-View bis LW -5 und deckt 88×100 Prozent ab. Der „richtige“ Autofokus stammt im Kern aus der 80D, was 45 Kreuzsensoren bedeutet. Er wurde aber grundlegend geupdatet. Bei der EOS 90D wird das Fokusmodul durch einen 220.000-Pixel-Belichtungsmesssensor (RGB+IR) mit Flacker-Erkennung ergänzt. Er sorgt für eine genaue Gesichtserkennung und eine bessere Kontrolle der Gesamtbelichtung.

Eine weitere Canon-Premiere: 4K-Videos lassen sich in 16:9 und mit 30 Bildern in der Sekunde ohne Crop aufnehmen, der Dual-Pixel AF bleibt dabei aktiv. Im Full HD-Modus sind Bildraten bis zu 120 B/s verfügbar, was Video-Begeisterten mit Zeitlupenaufnahmen zusätzliche Möglichkeiten bietet. Dabei wendet die Kamera einen 1,2x-Cropfaktor an. Gleiches gilt für den 4K-Crop-Modus. Dank dieser Funktion können Filmemacher ihre Brennweite freiwillig noch ein bisschen verlängern.

Die äußeren Änderungen sind derweil so überschaubar, dass selbst der Batteriegriff der 80D an das neue Modell passt. Bei näherem Hinsehen fällt der Joystick auf der Rückseite auf, er gewährleistet eine schnelle Auswahl der AF-Punkte. Dem Steuerkreuz bleibt Canon trotzdem treu.

In Sachen Konnektivität setzt Canon einerseits auf Bluetooth und WLAN, andererseits auf USB 2.0 (!), HDMI, sowie Mikrofon- und Kopfhöreranschluss. Die Abdichtung gegen Witterungseinflüsse ist leider nur auf 80D-Niveau, und apropos leider: Es gibt nur einen Speicherkartenslot, der aber immerhin schnelle UHS-II-Speicherkarten schluckt.

Canon EOS 90D – Erfahrungen in der Praxis

In unserer kurzen Praxissession überwiegen die guten Neuigkeiten: Tatsächlich steht der 32,5MP-Chip der Canon EOS 90D im Test ausgezeichnet, die Fotos sind detailreich, die JPGs lebhaft und dynamisch. Die ISO-Leistung ist trotz gesteigerter Pixelzahl etwas besser geworden, bis ISO 3.200 ist nur wenig Rauschen zu entdecken. Wer etwas toleranter ist, bekommt bis ISO 12.800 brauchbare Bilder. Der Autofokus machte auch bei voller Serienbildrate einen sehr treffsicheren Eindruck. Bei alledem werden sich Canon-Fotografen sofort zu Hause fühlen.

ISO bei 100%

Unser Fazit zur Canon EOS 90D:

Canon hat eine ergonomisch nahezu perfekte Kamera gebaut, die scharfe und detailreiche Bilder liefert. Uns fasziniert die Verbindung der Stärken aus DSLR und DSLM. Die 90D wird ihrem Anspruch als eierlegende Wollmilchsau definitiv gerecht, auch wenn Kleinigkeiten wie der einsame Speicherkartenslot stören. In der Konsequenz und dank eines attraktiven UVP von 1.299 Euro wird sich die 90D zurecht gut verkaufen; ein Schicksal, dass dem Ex-Flaggschiff, der 7D Mark II, nicht vergönnt war. Sie bleibt übrigens weiter im Programm. Zukunft: ungewiss.

HIER gibt es ein paar RAWS!

ISO 1000

ISO 25.600

more coming soon 🙂

Wer sich übrigens für das Thema Bildbearbeitung interessiert, findet hier das perfekte neue Programm 🙂

Ach ja, da war ja auch noch die kleine Schwester der Canon EOS 90D im Test!

Die Canon EOS M6 Mark II verwirrt im ersten Moment: Das ultrakompakte und 408 Gramm leichte Gehäuse kostet bereits 929 Euro – und hat noch nicht mal einen Sucher? Den gibt es, zusammen mit dem Kit-Objektiv, für schlappe 250 Euro extra. Zum Lieferumfang gehört aber der nagelneue 32,5-Megapixel-Chip, dazu bekommen wir gleich 14 Bilder pro Sekunde mit AF-Nachführung. 4K ohne Crop geht ebenfalls. In Kombination mit dem 32mm F1.4 ist die M6 Mark II daher die vielleicht beste Street-Kamera auf dem Markt.